Donnerstag, 30. Juli 2009
Realitätsflucht
Aber eigentlich heißt das nichts, denn es ist ja nicht so, daß ich jeden Abend ausgehe und einen Menschen nach dem anderen kennenlerne und gar keine Zeit zum Schreiben finden könnte. Die Zeit, zu der mein Rechner an ist, verbringe ich nämlich damit, mich durch die schöne schnöde Welt amerikanischer Serien zu forsten. Ich habe es innerhalb von 3 Monaten geschafft, sämtliche Staffeln Heroes, Grey´s Anatomy, House MD, Scrubs und einen Teil OCC zu schauen. Verrückt.
Trotzdem finde ich natürlich noch genug Zeit auszugehen und Menschen kennenzulernen. Ansonsten wär ich ja nicht mehr ich. Und noch verrückter.
Wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, in einer Millionenstadt wie Berlin, zufällig ausgerechnet dem einen Menschen vorm Kaiser's zu begegnen, der einem sämtliches Blut in die Wangen schießen lässt? Ok, ich geb es zu, die Wahrscheinlichkeit steigert sich extrem, wenn man jetzt noch bedenkt, daß der Mensch nicht nur im gleichen Stadtteil wie ich wohnt, sondern auch noch genau zwischen meinem Arbeitsplatz und dem Kaiser's, welcher auch die naheliegenste Einkaufsmöglichkeit für ihn sein dürfte. Hinzu kommt noch, daß ein Hund, der draußen angeleint war, ihn erkannt hat, weil die Besitzerin des Hundes, mit eben der ich einkaufen war, eine gute Freundin von ihm ist und er so natürlich aufgehalten wurde bis ich dazu kam und später dann auch Frauchen. Was natürlich jetzt auch bedeutet, daß wir einige Minuten Zeit allein miteinander verbrachten. Ich weiß jetzt nicht, ob das dreimalige Fragen nach meiner Befindlichkeit bedeutet, daß wir keine anderen Gesprächsthemen fanden, weil ich müde war, daß er mich mag und deswegen genauso verwirrt war wie ich oder wahlweise er völlig bekifft war und er deshalb jedesmal vergaß, daß er schon gefragt hatte, aber darüber zerbreche ich mir auch nicht den Kopf, denn er wird mich morgen zu einer Party mitnehmen. Immerhin. Ich hab ihm gesagt, wenn er am vereinbarten Treffpunkt zur vereinbarten Treffzeit nicht auftaucht, gehe ich wieder nach Hause. Ich konnte ihm nämlich schlechtt sagen, daß ich seine Telefonnummer gelöscht habe, weil ich vorhabe, nicht im besoffenen Kopf blöde SMS zu schreiben, weil mir seine weichen Lippen nicht aus dem Kopf gehen. Sich in den erstbesten schönen Menschen zu verknallen, der einem über den Weg läuft und gut küsst, ist genauso typisch für mich wie letztendlich dann alles zu vermasseln. Aber ich kann's einfach nicht lassen. Irgendwie machts ja schließlich auch Spaß.
Worauf ich mich besonders freue, hat alledrings weder mit dem Typen, noch mit Berlin zu tun, denn am 21.8. werde ich mich in den Zug setzen und in meine alte, vertraute Bielefelder Realität eintauchen. Dort ersehne ich dann, alle mir wichtigen Menschen zu treffen, die ich in letzter Zeit völlig vernachlässigt habe. Ich fühle mich schon ganz mies deswegen. Aber immerhin bin ich da konsequent. Niemand wurde bevorzugt, alle gleichermassen ignoriert. Asche auf mein Haupt.
So, jetzt reichts aber, ich kann nicht mehr und dem Leser wird übel, wenn ich noch mehr konfuse Sätze zustandebringe.
Mittwoch, 17. Juni 2009
Reizüberflutung
Logischerweise fange ich jetzt erstmal mit dem Umzug an. Hat weitesgehend gut geklappt, aber war ziemlich teuer. Die kleene Katze hat wie üblich 2 Tage nix gefressen, hat sich aber mittlerweile ganz gut hier eingelebt. So wie ich. Ok, die Wohnsituation ist nicht optimal, aber völlig in Ordnung. Der neue Mitbewohner wird nicht mein bester Freund, aber er ist ok, die Wohnung hat Teppichboden und liegt ziemlich weit oben, ist aber sonst schön und auch die Lage. Ich kann zu Fuß zur Arbeit gehen und es ist ziemlich ruhig hier. Das Beste aber ist die Badewanne!
Kommen wir zur Arbeitssituation. Ich denke mittlerweile, daß mir nichts besseres hätte passieren können. Der Laden ist wunderschön und die Kunden sind supi. Mit meinen Kollegen versteh ich mich total gut und mag sie sehr. Abgesehen davon sind sie alles kompetente Friseure, was äußerst beruhigend ist, mir allerdings auch bei Stammkunden keine übermäßigen Erfolgserlebnisse verschafft. Ist ja klar, sie sind Qualität gewohnt. Aber dadurch ist es auch so, daß viele nicht auf einzelne Friseure festgelegt sind und der Qualität aller unserer Friseure vertrauen. Das ist Qualitätsmanagement und gut so wie es ist. Wir haben alle gut zu tun und auch ich als Neuling bin schon nahezu ausgebucht. Die tollen Erfolgserlebnisse bekomm ich dann von dankbaren Neukunden. :-)
Außerdem will ich noch ein paar Dinge erzählen, die ich an Berlin mag. Erstens komme ich jeden Morgen an der Vollkornbäckerei in der Warschauer Straße vorbei. Die machen so unfassbar leckere Walnussbrötchen, daß ich mir jeden Tag vor der Arbeit drei Stück kaufen muß und noch nicht viele andere Leckereien dort ausprobiert habe. Zweitens ist Berlin nicht so voller Tauben, dafür aber voller Spatzen, die ja viel niedlicher sind und mir jedesmal mein Herz erfreuen, wenn mir auch nur ein dicker Spatz serh nahe kommt. Daß es hier superviele schöne Männer gibt hab ich ja schon erwähnt und gehe nicht weiter drauf ein. Drittens ist es total super, daß Berlin es mir ermöglicht komplett von meinem Trinkgeld zu leben. Ich brauche höchstens 10€ pro Tag, um gescheit zu essen und die sind immer drin bei einem täglichen Tip von zwischen 5 und 20€. Voll gut. Denn ich muß sparen und wenn ich es schaffe, von meinem monatlichen Gehalt so gut wie nichts außer Miete auszugeben, bin ich sehr bald komplett schuldenfrei und kann mir sogar nochmal einen Snowboardurlaub oder eine weitere Tätowierung leisten. Das wär schön.
Montag, 11. Mai 2009
Jawoll
Während ich gestern auf der Rückfahrt so vor mich hinträumte, lief "Mad World" von Michael Andrews und Gary Jules im Radio. Das gab der Sonntagnachmittagkaterstimmung noch den letzten Kick.
Berlin riecht übrigens noch genauso wie damals `96. Sieht aber anders aus.
Ich frage mich ja immer, wie meine Eltern das da aufm Land aushalten. Sie müssen immer wirklich IMMER wenn sie auch nur IRGENDWAS brauchen mit dem Auto in Nachbarorte fahren. Und dort macht dann auch spätestens um 20:00 Uhr der letzte Laden zu.
In Bielefeld kann man ohne Probleme auch noch bis 22Uhr einkaufen und die Kiosks haben teilweise bis 24 Uhr auf.
Allerdings weiß ich jetzt gar nicht, ob ich diese Vorzüge noch so richtig zu schätzen weiß, denn in Berlin gibt es nicht nur viel mehr von solchen Spätkaufs mit größerer Auswahl, sie sind dabei auch noch unfassbar billig. Ohne Witz, ich werde noch zum Alkoholiker, wenn ich dort immer ohne Probleme nen 0,5l Alster für 60cent bekomme.
Donnerstag, 7. Mai 2009
Hausprojekt und Gratis arbeiten
Abgesehen davon muß die WG sich ja eh erst noch überlegen, ob sie mich überhaupt will.
Gestern habe ich den ganzen Tag in dem schönen Friseurladen zur Probe gearbeitet.Es war eine komische Situation, seit Jahren mal wieder kontrolliert zu werden und daß meine Arbeit von den Kunden nicht bezahlt werden musste.
Aber sonst kann ich nur sagen, daß es mir sehr gut gefallen hat. Die Kollegen sind sehr nett und auch die Kundschaft ist toll gemischt. I like!
Heute morgen rief die Chefin an. Am Samstag wiederholen wir das Ganze nochmal, da ich aufgrund fehlender Modelle meine Strähnenfertigkeiten noch nicht unter Beweis stellen konnte.
Obwohl ich weiß, daß das super wichtig für mich ist und mich freue, daß ich mich so noch besser unter Beweis stellen kann, sehe ich das ein wenig zwiespältig. Umsonst arbeiten ist irgendwie blöd^^
Aber natürlich wär es toll, wenn ich am Sonntag mit Job und Wohnung in der Tasche heim fahren würde. Also Daumen drücken!
Dienstag, 5. Mai 2009
Abgelehnt
Blödes Mißverständnis eigentlich. Oder ich gehe zu entspannt an die Sache ran.
Folgende Situation: Ich sollte für heut morgen ein Modell mitbringen. Ich dachte, es geht darum zu zeigen wie ich arbeite. Also habe ich über einen Bekannten ein Modell besorgt, das ich selbst noch nicht kannte. Ich dachte, dann kann man besser sehen, wie ich mit Kunden umgehe und wie kundenorientiert ich arbeite.
Die Besitzerin des Ladens dachte, ich solle ein Modell mitbringen und an ihr/ihm mein ganzes kreatives Können zeigen, also wahrscheinlich irgendwelche kreativen Färbetechniken oder was weiß ich was.
Joah.
Also meine Modellkundin wollte nicht zuviel Haarlänge lassen und hatte recht frisch gefärbtes Haar, die auch schonmal blond gesträhnt waren vorher. Ich riet ihr zu einerTönung, um gleichmäßige Nuancierung und Glanz in das Haar zu bringen und zu einem gestuften Langhaarschnitt mit Pony. Sie war begeistert. Allerdings gab es außer Pflanzenfarbe in dem Laden keine nicht-chemische Farbe. Also wollte ich eine schöne Pflanzenfarbe machen.
Während ich also die Sachen dafür zusammensuchte, kam die Chefin und sagte mir, so hätte sie sich das nicht vorgestellt und eigentlich könne ich gleich wieder gehen. Das Mißverständnis wurde aufgedeckt. Ich fand es sehr schade, weil ich ja so auch wirklich nichts zeigen konnte und lud mein Modell auf einen Kaffee ein.
Auf dem Weg unterhielten wir uns über die blöde Situation. Ich wusste in dem Moment nicht, ob ich ob des Korbes und der Ungerechtigkeit jetzt schreien oder weinen sollte und entschied mich für keins der beiden, aber verdauen musste ich es trotzdem erstmal.
Das Kaffeetrinken war total nett und tat gut. Dann beriet ich sie noch in einer Drogerie für eine Tönung, die sie auch selbst Zuhause machen kann und damit sie nicht leer ausgeht, treffen wir uns am Donnerstag bei ihr für den Haarschnitt.
Jetzt wo ich die Abfuhr verdaut habe, denke ich, daß es wahrscheinlich das Beste war. Ich will eh nicht in einem Laden arbeiten, in dem es darum geht zu Lasten der Haarstruktur und ohne Rücksicht auf den Kundenwunsch den Kunden möglichst abgefahrene Farben und Frisuren zu verpassen, um sich selbst zu profilieren. Das ist einfach nicht mein Stil. Ich will glückliche Kunden, die selbst gut mit ihrem Haarschnitt zurechtkommen und Farben, die das Haar und damit die Kundin zum Glänzen bringen und möglichst natürlich wirken.
Immerhin steht genau das auch in meiner Bewerbung. Vielleicht hätte sie die mal besser lesen sollen...
Bin gespannt auf morgen. Ich denke, ich bin für den morgigen Tag besser vorbereitet.
Montag, 4. Mai 2009
Back
Und heut Abend eine WG-Besichtigung. War auch nett. Mal sehen...
Morgen muß ich früh raus und in dem anderen tollen Laden arbeiten. Ich hoffe ja eigentlich, daß die mich danach direkt einstellen wollen.
Anderes Thema. Ich bin überrascht, irritiert und irgendwie auch geschockt, wieviele gutaussehende Männer hier in Friedrichshain so rumlaufen. Überrascht, weil ich das von Bielefeld so nicht kenne, interessanten Menschen auf der Straße zu begegnen und dann nicht mal nur einen auf 2 km, sondern gleich 5 auf 200 Meter. Irritiert aus dem gleichen Grund und weil ich dann immer gleich denken muß, was mein Eindruck auf wildfremde Menschen wohl so ist. Das war mir in Bielefeld immer egal. Und geschockt bin ich, weil ich denke, wenn es hier so viele tolle Männer gibt, wie kann ich dann einen anlächeln ohne mir gleich die Chance bei einem richtigeren zu verbauen. Doofer Gedanke, weil eigentlich kann ich ja soviel lächeln wie ich will. Oh mein Gott, ich bin eine Bielefelderin geworden! Nach 8 Jahren ist mir wohl ein Stock im Arsch gewachsen. Der wird in den nächsten Tagen/Wochen aber gleich wieder rausoperiert.
Freitag, 1. Mai 2009
Weggefegt
Naja, jedenfalls ist jetzt Zuhause der Keller komplett voll und im Atelier sieht es aus, als sei nie ein Friseurgeschäft dort gewesen. Alles weggefegt, leer, kahl, sauber. Meine Persönlichkeit ist entfernt. das Einzige, was ich hinterlassen habe ist ein Fleck an der Tapete, dort wo der Mülleimer stand und ein paar Schrauben in der Wand, dort wo die Spiegel hingen.
Als wir dann das letzte große Teil, nämlich das Waschbecken auch noch entfernt hatten, war es nur noch Atelier und ich wurde dann doch letztendlich etwas wehmütig. Etwas sehr. Nicht genug zum Weinen, aber ein kleines Stückchen meines kleinen Friseusenherzchens ist irgendwo zwischen Laden und Wohnung auf der Strecke geblieben. Damit ist dann meine Selbständigkeit vorbei.
Aber ich habe noch genug zu tun und wenn ich jetzt hier fertig geschrieben habe, muß ich mich noch um die Flohmarktkisten für morgen früh kümmern und denke nur noch daran und an Berlin.
Berlin ich komme! Noch zweimal schlafen...
Mittwoch, 29. April 2009
Letzter Arbeitstag
Ich gebe mein zweites Zuhause auf. Ich meine, den Laden hatte ich die ganze Zeit, während ich mein erstes Zuhause zwischendurch zweimal gewechselt habe. Viele Menschen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis kennen mich nur selbständig. Gut, manche wissen wahrscheinlich immer noch nicht, was ich eigentlich den ganzen Tag so treibe. Für die ist es dann kein Unterschied.
Ich habe in dem Zeitraum ca 5600 Haarschnitte gemacht an Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters. Von den ganz Kleinen, die ich seit ihrer Geburt kenne bis zu den ganz Großen, die währendessen in Rente gingen. Ich habe die Mütter, Väter, Töchter, Söhne, Freundinnen und Freunde von anderen Kundinnen und Kunden bedient und mir ein eigenes kleines Netzwerk geschaffen. Ich werde es bestimmt doll vermissen, wenn ich meinen kompletten Neuanfang starte.
Donnerstag, 23. April 2009
Abschied
Am Telefon muß ich immer aufpassen, daß ich keinen Tinnitus bekomme, da die erste Reaktion von allen immer ein lautes "Nein!!! Das kannst du doch nicht machen! Ist ja furchtbar, wo gehe ich denn dann hin?" ist gefolgt von einem kleinlauten "Ich denke, daß du dich da wohl fühlst und es das Richtige für dich ist. Du passt dahin." Zum Abschied wollen dann die meisten eine Umarmung und wünschen mir alles Gute.
Ich fühle mich so zwiegespalten. Einerseits tut es voll gut zu wissen, daß ich den vielen verschiedenen lieben Menschen in der Zeit so ans Herz gewachsen bin, aber andererseits fühle ich mich natürlich unwohl dabei, sie so im Stich zu lassen. Bisher weiß ich nicht, was am Ende siegen wird, mein schlechtes Gewissen oder mein gestärktes Ego. Aber eins ist klar, ich werde eine Menge Menschen ganz furchtbar vermissen.
Trotzdem freue ich mich auf das, was da in der Hauptstadt auch mich zukommt.
Donnerstag, 16. April 2009
Verliebt in Berlin
Jetzt bin ich wieder in Bielefeld und es fällt mir schwer, die ganzen Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten und in Worte zu fassen. Mein erster Eindruck war sehr positiv. Dabei war ich nichtmal aus. Ich habe mir nur mehrere Tage lang wie ein normaler Tourist mit mehreren Plänen und Kamera bewaffnet die Hacken wund gelaufen und mir WG's und Friseurläden angeschaut.
Die Zeit war viel zu kurz und ich muß zugeben, daß ich einen Teil davon sinnlos verplempert habe. Aber mein Herz sagt mir die ganze Zeit, daß ich genau da hingehöre. Ich hoffe, es irrt sich diesmal nicht...
Ich verdaue noch ein paar Tage lang die Eindrücke und schreibe dann weiter.
Mittwoch, 15. April 2009
Abgefahren
Eine der abgefahrensten Eigenschaften von Berlin ist, daß scheinbar jeder mit irgendwas selbständig ist. Man kommt hier ständig an irgendwelchen kleinen Läden vorbei, guckt rein und dann stehen da oft mehr oder weniger antike Möbel und niemand ist da oder manchmal schon, aber man weiß nie so genau was zum Henker die da eigentlich machen/verkaufen. Schon oft hatte ich das Bedürfnis, einfach reinzugehen und zu fragen "Was ist das hier überhaupt?", aber ich traue mich nicht die private Atmosphäre zu stören und komme mir auch irgendwie blöd vor. Vielleicht wohnt da gar jemand. Man weiß es nicht so genau.
Ständig ertappe ich mich dabei, vor roten Ampeln stehenzubleiben und oute mich damit wohl als braver Kleinstadtbürger, denn meist kommen Autos immer nur sporadisch gleich im Rudel. Ansonsten sind die Straßen komplett leergefegt. Man muß nur vor Radfahrern und den Trams aufpassen, die hier langrasen.
Bisher war hier alles sehr beschaulich und irgendwie auch ruhig. Dazu muß ich sagen, daß ich bis jetzt noch nicht so weit rumgekommen bin und mich hauptsächlich in Friedrichshain und ein bißchen am Prenzelberg aufgehalten habe.
Kommen wir zu meinem Bewerbungsgespräch. Ich behaupte, es ist gut gelaufen. Der Laden war schön, die Chefin total nett und auch sonst machte die Atmosphäre einen sehr guten Eindruck auf mich. Wir liegen in Art und Weise der kundenorientierten Friseurdienstleistung und Arbeitsmoral scheinbar absolut auf einer Wellenlänge und waren uns auch sonst sympathisch. Ich komme im Mai nochmal zum Probearbeiten wieder. Da freue ich mich drauf!
Dienstag, 14. April 2009
Angekommen
Ich bin gestern Abend hier angekommen und war erstmal viel zu fertig vom Sitzen im Auto und Tasche schleppen, sodaß wir außer DVD's gucken nichts gemacht haben. Die erste positive Erfahrung waren nette Menschen, die mir den Weg zum richtigen Gleis gezeigt haben und ein netter junger Mann, der mir den Weg gezeigt und meine Tasche die Treppe hoch getragen hat, als ich mich in der S-Bahn-Station verlaufen habe. Voll nett!
Irgendwie ist es seltsam, aber immer wenn ich in einer fremden großen Stadt bin habe ich das Gefühl, Menschen zu sehen, die ich kenne. Ich denke immer, was für ein Zufall, daß wir uns hier treffen oder was machst du denn hier und dann fällt mir auf, daß es einfach nur Menschen sind, die irgendeine Ähnlichkeit haben, aber halt eben nicht die, die ich dachte.
Puh, ich hab seit gestern absolute Wortfindungsstörungen und Artikulationsprobleme. Es ist eigentlich keine gute Idee, jetzt was zu schreiben, aber ich muß, denn ich freu mich grad total. Ich bekam eben einen Anruf. Die erste Bewerbung ist positiv angekommen und ich habe morgen um 10:30 Uhr mein erstes Vorstellungsgespräch. Jippih! Ich bin total aufgeregt.
So. Jetzt latschen wir erstmal ein bißchen durch die Gegend und gucken uns Friseurläden an.
Freitag, 3. April 2009
WG-Suche
Bisher habe ich zwei Dates klargemacht und eine Absage bekommen und noch eine offene Anfrage. Meine Hoffnung ist, daß es in Berlin auch sowas wie die Ultimo gibt und ich dort noch Möglichkeiten finde, um spontane WG-Besichtigungen zu vereinbaren. Mal sehen...
Komisch, diese eine Absage wurmt mich. Das ist wie einen Korb kriegen. Wir glauben, daß das nicht passt. Was soll das denn heißen? Ich glaube, ich werde als Vegetarier diskriminiert. Dabei hab ich extra geschrieben, daß ich kein Moralapostel bin. Pff
Naja, ich finde schon was. Die eine WG klang sehr nett links und sie schrieben, sie würden mich gern kennenlernen. Das ist doch was. Allerdings nicht in Friedrichshain, sondern in Wedding, aber wenns dort cool ist, ist mir das dann auch egal. Ich muß mir schätzungsweise eh ein Monatsticket für die öffentlichen Verkehrsmittel besorgen.
Es bleibt spannend. Die Bewerbungen kommen dann Montag.
Donnerstag, 2. April 2009
Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin!
Nachdem das für mich feststand und ich meine Überzeugung unter den Menschen in meinem Umfeld verbreitete, bekam ich Feedbacks sehr geteilter Meinungen. Die erste Reaktion war aber immer "Nein! NEIN! Du darfst nicht gehen!" Ich bin ja auch selbst schuld, wenn ich die Leute auch so von mir abhängig mache. Manche blieben dabei, manche wollten es mir auch gar nicht erst glauben, aber andere widerum sagten, wenn irgendwer in der Künstlermetropole gut aufgehoben sei, dann ich und daß ich mich dort sehr wohlfühlen würde. Sie seien auch ein bißchen neidisch.
Tja, was soll ich sagen.
Ich freue mir nen Loch ins Knie, habe gleichzeitig total Schiß, aber in erster Linie bin ich einfach nur total aufgeregt und gespannt wie ein Flitzebogen. Endlich Veränderung! Ich liebe Veränderungen, nicht umsonst muß ich mindestens einmal im Jahr meine Möbel verrücken und ständig meine Haare und meinen Stil verändern. Ich habe viel zulange den gleichen Trott gelebt und war dabei unglücklich, rannte wie Alice im Wunderland dem weißen Kaninchen der Zeit hinterher und fühlte mich wie ein überfahrener Pfannkuchen.
Jetzt habe ich endlich wieder ein Ziel vor Augen, bin meines eigenen Glückes Schmied und muß mich nicht von anderen abhängig machen lassen. Und ich lerne, dem Schicksal zu vertrauen...
Und auf einmal habe ich für die Berlin-Organisation Energien übrig, bei denen ich mich frage, in welchem Teil meines Körpers sie sich versteckt haben. Bestimmt im kleinen Zeh.
